23.12.2020

Die Rauhnächte - Ein Selbstversuch Teil 3

Rund um die Rauhnächte gibt es zahlreiche alte Bräuche, Rituale und Mythen. Einige stelle ich Ihnen heute vor, auch wie Sie sie für unsere Zeit passend machen können!

Um die Räuhnächte herum gibt es zahlreiche alte Bräuche, Mythen und Rituale. Einige stelle ich Ihnen heute vor. Für manche Bräuche und Rituale macht es durchaus Sinn, sie an die heutige Zeit anzupassen, dazu gebe ich dann natürlich entsprechende Hinweise. Für alles gilt natürlich, hören Sie in sich rein, was für Sie stimmig ist oder womit sie so gar nichts anfangen können. Alles kann, nichts muss. Es ist auch nicht als eine Sammlung von Rezepten zu sehen, ganz nach dem Motto, wenn ich mich an alles ganz genau halte, wird es ein perfektes Jahr. Denn genau darum geht es, vor allem für mich, in diesem Experiment: seien Sie achtsam, hören Sie auf Ihren Bauch und verabschieden Sie sich von Ihrem Perfektionismus. Und ich bin sicher, dass es unter Ihnen einige gibt, die gerne alles perfekt haben und gerne in allem perfekt sind. Damit wir uns nicht missverstehen, natürlich gibt es Bereiche, in denen ein gewisser Perfektionismus ganz richtig ist. Einem Chirurgen z.B. wäre ich sehr dankbar, wenn er seine OP perfekt ausführt...;-). Auch hier gilt es das richtige Maß zu finden. Ich finde die Rauhnächte sind dafür eine gute Übung! Nun aber zum eigentlichen Thema!
Ein Mythos ist, dass sich mit dem Beginn der Rauhnächte die Tore zu den Anderswelten öffnet. Die Wilde Jagd kommt auf die Erde und treibt ihr Unwesen. Wahrscheinlich sind damit die typischen Winterstürme gemeint. Auch andere Geister und Gespenster können so den Weg zu uns finden, gute wie auch weniger gute. Es galt also vor allem, diese davon abzuhalten, zu uns zu kommen und uns zu ärgern.
Am wichtigsten war das Licht. Früher wurden in alle Ecken der Höfe Laternen aufgestellt, um die Wilde Jagd daran zu hindern, auf den Hof zu kommen. Außerdem wurde mindestens ein Licht in der Nacht ins Fenster gestellt. Auch heute erstrahlen viele Häuser und Wohnungen in hellen Lichtern in der Advents- und Weihnachtszeit. Und in den Fenstern hängen leuchtende Sterne und Laternen. Diesen Brauch haben Sie also wahrscheinlich ganz unbewusst übernommen!
Das Räuchern ist ein weiterer Brauch, der mindestens am 6.1. ausgeführt wird. Manche räuchern auch an den besonderen Rauhnächten am 25. und 31.12 oder sogar täglich.. Sie können sich also gerne etwas zum Räuchern besorgen, hier gibt es im Handel bereits fertige Sets in Bio-Qualität. Wenn Sie aber, wie ich, sehr geruchsempfindlich sind, dann kann man seine Räume natürlich auch auf eine andere Art reinigen. Ich habe mich in diesem Jahr für eine gründliche energetische Reinigung entschieden, die ich mit Hilfe von Reiki ausführen werde. Außerdem werde ich luftreinigende Duftöle verwenden. Die gefallen mir deshalb, weil ich hier selbst bestimmen kann, wie intensiv sie durften dürfen. Achten Sie bei Duftölen auf eine gute Qualität. Ich benutze ausschließlich welche in Bio-Qualität.
Es sollte keine Wäsche gewaschen und aufgehängt werden. Nun, dieser Brauch stammt aus einer Zeit, in der das Wäsche waschen sehr mühsam war und körperlich schwere Arbeit tabu war. In Zeiten der Waschmaschine sollten Sie diese Regel also nicht so streng nehmen. Einen Wäschemarathon mit stundenlangem Bügeln würde ich allerdings nicht machen. Die Wäsche wurde früher ausschließlich draußen aufgehängt. Darin können sich laut Mythos die Untoten verfangen, die von der Wilden Jagd eingesammelt werden. Das soll Unglück bringen. Ich hänge meine Wäsche im Winter eher nicht draußen auf, so dass ich mich automatisch daran halte.
Begleichen Sie spätestens in dieser Zeit alte Rechnungen und machen Sie Ordnung! Das ist auch sinnbildlich gemeint... bezahlen Sie also nicht ihre Schulden (hiermit sind natürlich keine Hauskredite u.ä. gemeint) und räumen Ihre Wohnung/Haus auf, sondern denken Sie zumindest einmal darüber nach, mit wem Sie vielleicht "eine Rechnung offen" haben, wo Sie verzeihen können oder sich einfach nur mal aussprechen können.
Der Brauch, dass das Wetter, was in der entsprechenden Rauhnacht herrschte, für das Wetter in dem jeweils zugehörigen Monat gilt, war vor allem für die Bauern wichtig. Schreiben Sie doch einfach mal das tägliche Wetter auf und vergleichen Sie, ob dem im neuen Jahr entspricht!
Überhaupt ist es eine gute Idee, Tagebuch über die Rauhnächte zu führen. Das kann ganz simpel auf einem Stück Papier sein, ein Notizbuch, Kalender o.ä. oder Sie malen sich ein Jahresmandala, auf dem sie alle Ereignisse der jeweiligen Rauhnacht verewigen können. In jeder Rauhnacht werden wir zu einem bestimmten Thema reflektieren. Dazu brauchen Sie nur wenige Minuten oder Stunden, ganz wie Sie mögen!

Morgen schreibe ich nur kurz etwas zum Orakeln und einem Eröffnungsritual. Ich freue mich also, wenn Sie morgen wieder dabei sind!

Zum ersten Teil der Rauhnächte geht es HIER.

Hier geht es weiter mit dem 4. Teil

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